Eine kleine Auszeit aus der Routine des Kita-Alltags lenkt den Blick auch wieder auf ein notwendiges Forschungsvorhaben für die im kommenden Jahr anstehende Master Thesis. Und sie gibt die Möglichkeit des hektikfreien Weiterdenkens und Nachfragens.
Und so zeichnet sich eine Präferenz bei der Bearbeitung eines Themas ab, das in meinem Berufsalltag ebenso stattfindet wie in der Schwerpunktbearbeitung innerhalb des Masterstudiums. Nachdem es in der Setzung und Durchsetzung von Regeln im Freigelände der Kita in den vergangenen Wochen einige Bewegung gab (das wäre bzw. ist wohl einen extra Post wert), muss ich einfach untersuchen, inwieweit solche Regelungen die Aneignung des Freigeländes als sozialen Bewegungsraum der Kinder beeinflusst.
Spannend scheint mir eine solche Beforschung vor allem, weil ich davon ausgehe, dass Kinder im Kindergartenalter sehr wohl in der Lage sind, sich jenseits des bestehenden Regelwerks Freiräume zu erstreiten bzw. Freiräume einfach in Besitz zu nehmen. Und vielleicht trägt eine starke Reglementierung sogar dazu bei, dass die Kreativität der Kinder im Entwickeln eigener Strategien zur Sozialraumkonstitution gefördert werden. Schließlich geht es in einem stark reglementierten Raum nicht mehr nur darum, sich einzurichten, sondern zusätzlich auch darum, das Gewollte ebenso wie das Erreichte zu verteidigen.
In einigen Wochen wird es eine Kinderkonferenz zum Thema Regeln im Freigelände geben. Im Vorfeld sollen in den Gruppen bereits Ideen entwickelt werden. Vor einiger Zeit wurde in Vorbereitung auf diese Kinderkonferenz und vielleicht ja auch in Reaktion auf die Thematisierung des Gartenregelwerks ein Regelwerk für das Freigelände in der Teamberatung verkündet. Scheinbar gab es Handlungsbedarf, der wiederum jedoch nicht so groß war, dass es einer Diskussion im Team gebraucht hätte. Oder die Furcht vor der potentiell ausbrechenden Anarchie mit frei in verschiedene Richtungen schaukelnden Kindern usw. war zu groß.
Jedenfalls scheint mir das Thema sehr spannend und ich hoffe sehr darauf, dass mir die Beobachtung und Befragung der Kinder erlaubt wird. Bestenfalls wäre für eine fundierte Forschung die Beobachtung in einer anderen Einrichtung hilfreich. Mal schauen, was sich da tun lässt.
Freie Tage - zumal wenn sie im Bett verbracht werden (müssen) - regen doch stark die Fähigkeit des abstrakten Denkens an. Und sorgen für mehr Bewegung, als anfänglich vermutet.
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